Digitale Souveränität in der Cloud: Was ist möglich, was ist realistisch?
Cloud-Services sind ein fester Bestandteil der IT-Architektur vieler Unternehmen. Sie sind schnell verfügbar, skalierbar und ermöglichen den Zugang zu Technologien, die sich intern kaum wirtschaftlich realisieren lassen. Gleichzeitig wächst jedoch die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern, Plattformen und Ökosystemen. Damit rückt das Thema digitale Souveränität stärker in den Fokus.
Hyperscaler bieten hohe Leistungsfähigkeit, schnelle Innovation und zahlreiche Dienste, die Unternehmen direkt nutzen können. Das gilt besonders für KI, Datenanalyse, globale Plattformdienste oder Entwicklungsumgebungen. Digitale Souveränität bedeutet jedoch nicht, jede Cloud-Abhängigkeit zu vermeiden. Entscheidend ist, welche Abhängigkeiten bewusst eingegangen werden. Nicht jede Anwendung hat denselben Schutzbedarf. Ein Kollaborationstool ist beispielsweise anders zu bewerten als ein System mit Kundendaten, Produktionsinformationen oder geschäftskritischen Prozessen. Souveränität beginnt mit der Frage, welche Workloads wohin gehören.
Durch KI wird die Frage nach digitaler Souveränität noch konkreter. Viele leistungsfähige KI-Dienste laufen über grosse Cloud-Plattformen. Für Unternehmen ist das attraktiv, weil sie so neue Funktionen schnell nutzen können. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Informationen in Prompts, Analysen oder Automatisierungen einfliessen. Vor allem bei Kundendaten, internen Geschäftsprozessen, Forschungsinformationen oder in regulierten Bereichen sind klare Regeln erforderlich. KI darf nicht dazu führen, dass sensible Daten in Anwendungen gelangen, bei denen nicht ausreichend nachvollziehbar ist, wie diese Daten verarbeitet, gespeichert oder weiterverwendet werden.