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Stellen Sie sich das folgende Szenario vor: Ein Unternehmen nutzt einen KI-Assistenten, der interne Sicherheitsrichtlinien durchsucht und bei Bedarf Tickets im IT-System vorbereitet. In die Wissensdatenbank gelangt ein manipuliertes Dokument, das eine veraltete Freigaberegel als aktuell ausgibt und zusätzlich eine versteckte Anweisung an die KI enthält. Einige Wochen später fragt eine Führungskraft ab, ob ein externer Dienstleister Zugriff auf bestimmte Systeme erhalten darf. Dies stuft der KI-Assistent als unkritisch ein und bereitet das entsprechende Ticket vor – auf Grundlage einer falschen Information.

Dieses Szenario ist durchaus technisch realistisch. Nicht umsonst warnt das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) davor, dass KI-Sprachmodelle ungeprüfte Inhalte aus Websites oder Dokumenten verarbeiten und zugleich auf E-Mail-Postfächer oder andere Anwendungen zugreifen können. Dadurch kann aus einer manipulierten Antwort eine unerwünschte Aktion werden.

Zwei Angriffswege, die Sie kennen sollten

Beim Data Poisoning manipulieren Angreifende Daten, aus denen ein KI-System lernt oder die es als Informationsquelle verwendet. Das System kann dadurch falsche oder verzerrte Antworten liefern. Forschende der ETH Zürich haben gezeigt, dass gezielt eingeschleuste schädliche Daten das Verhalten von Sprachmodellen beeinflussen können und sich nachträglich nur schwer zuverlässig entfernen lassen. Für Unternehmen ist dabei nicht nur das Training grosser Sprachmodelle relevant. Viele KI-Assistenten greifen auch auf interne Dokumente, Richtlinien, Wikis oder Datenbanken zu. Sind diese Quellen veraltet, falsch oder gezielt manipuliert, kann die KI die Angaben als vertrauenswürdige Informationen weitergeben.
Eine Maschine steht still. Der Hersteller soll per Fernzugriff prüfen, ob ein Firmware-Update Abhilfe schafft. Ein ERP-Partner benötigt kurzfristig Administratorrechte, da ein Prozess nach dem letzten Release nicht mehr ordnungsgemäss funktioniert. Die Webagentur erhält Zugang zum CMS, der IT-Dienstleister wartet die Firewall und der Lieferant betreut eine Schnittstelle zum Bestellsystem. Solche Situationen gehören in vielen Unternehmen zum Alltag. Ohne externe Partner würde vieles langsamer, teurer oder gar nicht funktionieren. Doch jeder dieser Zugriffe öffnet eine Tür ins Unternehmen. Die entscheidende Frage lautet daher: Wie kontrolliert ist dieser Zugriff?

Externe Dienstleister, Lieferanten und Technologiepartner sind oft tief in Geschäftsprozesse eingebunden. Sie betreuen Systeme, kennen Abläufe und lösen Probleme, wenn es schnell gehen muss. Eine Studie von Imprivata und dem Ponemon Institute zeigt, wie relevant dieses Thema ist: 51 Prozent der befragten deutschen Unternehmen haben bereits einen Datenverlust oder eine Cyberattacke als Folge eines Drittanbieterzugriffs erlebt. Ein häufiger Grund dafür sind zu weitreichende Berechtigungen. Auch für Schweizer Unternehmen ist das Thema hochaktuell. Laut der Studie KMU Cybersicherheit 2025 von YouGov Schweiz arbeiten 63 Prozent der Schweizer KMU mit einem oder mehreren externen IT-Dienstleistern für Informatik, Telefonie, Software oder Hardware zusammen. Das ist sinnvoll und oft notwendig. Gleichzeitig braucht diese Zusammenarbeit klare Sicherheitsregeln.

Copyright 2021 GENESIS Swiss Team AG

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