IT-Security-Trends 2026: Was auf Unternehmen in der Schweiz und DACH zukommt

IT-Security-Trends 2026: Was auf Unternehmen in der Schweiz und DACH zukommt

Veröffentlicht: 08.12.2025 | Autor: GENESIS Swiss Team AG

Ransomware bleibt ein Dauerbrenner, KI mischt Angriffe wie Verteidigung auf und neue Vorgaben wie NIS2 erhöhen den Druck: 2026 wird für IT- und Security-Teams eine Herausforderung. Studien von ENISA, Gartner & Co. zeigen, wohin die Reise geht und was das für Unternehmen in der Schweiz und im DACH-Raum bedeutet.

Was bedeuten die aktuellen Entwicklungen konkret für Ihre Security-Strategie, Ihre Projekte und Ihren Alltag?

  1. Die neue Angriffsrealität 2026: Mehr KI, mehr Erpressung, mehr Tempo

Aktuelle Reports zeigen, dass Ransomware, Datenklau und Social Engineering weiterhin zu den häufigsten Vorfällen in Europa gehören. E-Mail bleibt der wichtigste Angriffsvektor, mit deutlich steigenden Zahlen bei Malware und Phishing. Neu ist nicht die Art der Angriffe, sondern Qualität und Geschwindigkeit: Angreifer nutzen KI, um Mails besser zu formulieren, Stimmen und Gesichter zu fälschen oder automatisch Passwörter zu knacken. Gleichzeitig verkürzt sich die Zeit von Erstzugang bis Verschlüsselung deutlich.

Was heisst das praktisch für Unternehmen?

  • E-Mail-Security und MFA sind Pflicht, nicht Kür – inklusive Schutz für Microsoft 365 und andere.
  • Klassische Awareness-Kampagnen reichen nicht mehr: Mitarbeitende müssen Deepfakes, KI-Phishing und CEO-Fraud erkennen.
  • Notfallpläne (Incident Response, Ransomware-Playbooks, Kommunikationsleitlinien) sollten konkret und getestet sein.
  1. Zero Trust, Identity und OT: Wer darf was und wie lange?

Zero Trust bleibt auch 2026 auf jeder Trendliste. Der Fokus verschiebt sich allerdings: Identity First Security: Zugriffe basieren auf Identität, Kontext und Risiko, nicht auf IP-Adressen und Netzsegmenten. Privileged Access Management (PAM) stellt sicher, dass Adminrechte nur zeitlich begrenzt und nachvollziehbar vergeben werden. OT-Umgebungen (Produktionsanlagen, Gebäudeleittechnik, Energie) rücken stärker in den Fokus, weil Angriffe vermehrt dort ansetzen.

Was heisst das praktisch für Unternehmen?

  • Wenn Sie heute noch mit statischen Admin-Accounts arbeiten, ist es Zeit für MFA überall, Just-in-Time-Privilegien und saubere Trennung von Standard- und Admin-Accounts.
  • Remote-Zugriffe von Dienstleistern sollten identitätsbasiert, segmentiert und protokolliert sein, insbesondere in Produktion und kritischen Bereichen.
  • Planen Sie Zero Trust als Roadmap: Starten Sie dort, wo der Impact am grössten ist.
  1. Angriffsfläche im Griff: Exposure Management und EASM

Mit Cloud, SaaS, Remote Work, IoT und Shadow IT wächst die öffentliche Angriffsfläche laufend. Analyst:innen sprechen deshalb von External Attack Surface Management (EASM) als Standardfähigkeit bis 2026. Die Idee: Kontinuierlich wissen, welche Systeme, Domains, Zertifikate und Dienste tatsächlich erreichbar und wie verwundbar sie sind.

Was heisst das praktisch für Unternehmen?

  • Ein jährlicher Penetrationstest reicht nicht mehr. Ergänzen Sie ihn durch laufende externe Scans Ihrer Angriffsfläche, automatisierte Schwachstellenprüfungen, klare Prozesse zur risikobasierten Priorisierung von Schwachstellen.
  • Führen Sie eine verbindliche Asset-Liste für öffentliche Services (Domains, Subdomains, Cloud-Apps, Extranets).
  • Überlegen Sie, ob ein PTaaS-/EASM-Modell zu Ihnen passt: Vor allem für Organisationen mit regelmässigen Veränderungen (neue Standorte, neue Anwendungen, M&A) ist das sinnvoll.
  1. Daten, KI und Regulierung: Governance wird Pflichtprogramm

Mit NIS2, strengeren Branchenvorgaben und ersten KI-spezifischen Regeln wird 2026 zum Governance-Jahr. Gleichzeitig steigt der Druck, Daten und KI-Outputs vertrauenswürdig zu machen: Gartner spricht von Digital Provenance, also der überprüfbaren Herkunft von Software, Daten und Modellen.

Was heisst das praktisch für Unternehmen?

  • Führen Sie ein Datenklassifikationsschema ein oder schärfen Sie es nach: Welche Daten sind kritisch? Wo liegen sie? Wer darf darauf zugreifen?
  • Dokumentieren Sie KI-Anwendungsfälle: Welche Daten werden genutzt? Wo liegen Risiken (Bias, Datenschutz, Geheimhaltung)? Welche Kontrollen gibt es?
  • Bereiten Sie sich auf NIS2 mit klaren Rollen, Prozessen und Nachweisen vor: Informationssicherheitsrichtlinien, Risikoanalysen, regelmässige Tests und Audits sowie dokumentierte Incident-Response-Prozesse.
  1. Cloud-/SaaS-Resilienz: Weg von Single Points of Failure

Angriffe auf Dienstleister und grosse Ausfälle bei Cloud- oder SaaS-Anbietern haben in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, wie abhängig Unternehmen von wenigen zentralen Plattformen sind.

Was heisst das praktisch für Unternehmen?

  • Prüfen Sie Ihre Abhängigkeit von einem einzigen Cloud- oder SaaS-Anbieter – vor allem bei kritischen Diensten wie Identity, E-Mail, Kollaboration und ERP.
  • Planen Sie Fallback-Szenarien, zum Beispiel lokale Caching-/Fallback-Funktionen für Identitäten, alternative Kommunikationskanäle (beispielsweise getrennte Notfall-Domain, separater Mail-Provider für Krisen) oder offline verfügbare Notfallkontakte und -prozesse.
  • Beziehen Sie Cloud-Risiken explizit in Ihr Risikomanagement und Ihre Business-Continuity-Planung ein: Was passiert, wenn ein zentraler SaaS-Dienst 24 oder 48 Stunden nicht verfügbar ist?
  1. Security Culture & Fachkräftemangel: Ohne Menschen geht es nicht

Der Mensch bleibt das grösste Risiko und zugleich der wichtigste Schutzfaktor. Gleichzeitig fehlen in vielen Unternehmen Security-Spezialist:innen oder sie sind im operativen Tagesgeschäft überlastet.

Was heisst das praktisch für Unternehmen?

  • Security-Awareness ist kein einmaliges E-Learning, sondern ein kontinuierlicher Prozess: regelmässige, kurze Security Audits, realitätsnahe Phishing-Simulationen und Schulungen für besonders exponierte Rollen (GF, Finance, HR, Admins)
  • Definieren Sie klare Verantwortlichkeiten: Wer ist für Informationssicherheit verantwortlich? Wer entscheidet im Ernstfall? Wer kommuniziert intern/extern?
  • Überlegen Sie, welche Bereiche Sie mit externen Services entlasten können (zum Beispiel Monitoring, Pentests, EASM), um interne Teams auf strategische Aufgaben zu fokussieren.
  1. Von reaktiv zu präventiv: Preemptive Cybersecurity und KI im SOC

Gartner spricht von Preemptive Cybersecurity, das heisst weg von rein reaktiven SOCs, hin zu vorausschauender Verteidigung, unterstützt durch KI. Dazu gehören beispielsweise Systeme, die Angriffswege simulieren und bewerten, KI-gestützte Erkennung von Anomalien und verdächtigem Verhalten und automatisierte Reaktionen (beispielsweise Isolieren eines Endgeräts, Blockieren eines Tokens).

Was heisst das praktisch für Unternehmen?

  • Prüfen Sie, ob Ihre bestehenden Lösungen (Endpoint, SIEM, XDR, EDR) KI-Funktionen sinnvoll nutzen oder nur mit dem Label werben.
  • Denken Sie Security künftig als Prozess, nicht als Produkt: Laufende Erkennung, Bewertung, Reaktion und Verbesserung.
  • Für viele KMU und mittelgrosse Unternehmen kann es sinnvoll sein, Security Operations teilweise auszulagern (z. B. Managed Detection & Response), weil intern das Personal fehlt, um 24/7 zu reagieren.
  1. DNS und Netzwerk als erste Verteidigungslinie: Protective DNS & DDI

Protective DNS ist eine zentrale Massnahme gegen Malware, Phishing und Command-&-Control-Kommunikation. Denn fast jeder Angriff braucht DNS. Und an dieser Stelle lässt er sich relativ früh erkennen und stoppen. Gleichzeitig werden DDI-Lösungen (DNS, DHCP, IPAM) zu einem integralen Bestandteil von Security-Architekturen.

Was heisst das praktisch für Unternehmen?

  • Prüfen Sie, ob Sie bereits verdächtige Domains (z. B. Brand-New-Domains, bekannte Malware-Domains) auf DNS-Ebene blocken und DNS-Logs sinnvoll auswerten (z. B. über SIEM/XDR).
  • Überlegen Sie, ob ein zentrales DDI-System Ihnen hilft, Netzwerke und Policies zu vereinheitlichen – gerade bei verteilten Standorten und Hybrid-Cloud.
  • In der Praxis können Protective-DNS-Lösungen eine zusätzliche Schutzschicht bilden, die E-Mail-, Web- und Endpoint-Security ergänzt.

Keine Frage: Gerade für KMU und mittelgrosse Organisationen ist es herausfordernd, all diese Themen parallel zu stemmen. GENESIS kann Sie als unabhängiger Security-Partner strategisch und operativ unterstützen, damit Ihr Unternehmen langfristig widerstandsfähig bleibt.

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