Wenn Externe ins System müssen: Fernzugriff ohne Kontrollverlust

Wenn Externe ins System müssen: Fernzugriff ohne Kontrollverlust

Veröffentlicht: 20.07.2026 | Autor: GENESIS Swiss Team AG

Eine Maschine steht still. Der Hersteller soll per Fernzugriff prüfen, ob ein Firmware-Update Abhilfe schafft. Ein ERP-Partner benötigt kurzfristig Administratorrechte, da ein Prozess nach dem letzten Release nicht mehr ordnungsgemäss funktioniert. Die Webagentur erhält Zugang zum CMS, der IT-Dienstleister wartet die Firewall und der Lieferant betreut eine Schnittstelle zum Bestellsystem. Solche Situationen gehören in vielen Unternehmen zum Alltag. Ohne externe Partner würde vieles langsamer, teurer oder gar nicht funktionieren. Doch jeder dieser Zugriffe öffnet eine Tür ins Unternehmen. Die entscheidende Frage lautet daher: Wie kontrolliert ist dieser Zugriff?

Externe Dienstleister, Lieferanten und Technologiepartner sind oft tief in Geschäftsprozesse eingebunden. Sie betreuen Systeme, kennen Abläufe und lösen Probleme, wenn es schnell gehen muss. Eine Studie von Imprivata und dem Ponemon Institute zeigt, wie relevant dieses Thema ist: 51 Prozent der befragten deutschen Unternehmen haben bereits einen Datenverlust oder eine Cyberattacke als Folge eines Drittanbieterzugriffs erlebt. Ein häufiger Grund dafür sind zu weitreichende Berechtigungen. Auch für Schweizer Unternehmen ist das Thema hochaktuell. Laut der Studie KMU Cybersicherheit 2025 von YouGov Schweiz arbeiten 63 Prozent der Schweizer KMU mit einem oder mehreren externen IT-Dienstleistern für Informatik, Telefonie, Software oder Hardware zusammen. Das ist sinnvoll und oft notwendig. Gleichzeitig braucht diese Zusammenarbeit klare Sicherheitsregeln.

Was Unternehmen konkret regeln sollten

In der Praxis entstehen Risiken selten durch einen einzigen grossen Fehler. Oft sind es viele kleine Ausnahmen, die sich mit der Zeit ansammeln. Ein externer Support kann sich jederzeit auf Systeme aufschalten, ohne dass intern jemand die Sitzung freigibt oder nachvollzieht. Besonders kritisch wird es, wenn externe Zugänge dauerhaft bestehen, nicht dokumentiert sind oder mehr Rechte bieten, als für die jeweilige Aufgabe nötig sind. Dann wird aus einem sinnvollen Servicezugang eine potenzielle Angriffsfläche. Überall dort, wo Externe Systeme betreuen, Daten verarbeiten oder technische Komponenten warten, braucht es klare Richtlinien. Wir empfehlen:

  • Sichere Zusammenarbeit beginnt mit Transparenz. Unternehmen sollten jederzeit wissen, welche externen Zugänge bestehen, wer sie nutzt, für welchen Zweck sie eingerichtet wurden und ob sie noch benötigt werden.
  • Weiterhin geht es um Begrenzung. Externe Partner brauchen keinen Generalschlüssel. Sie benötigen Zugriff auf genau die Systeme, die für ihre Aufgabe relevant sind – nicht mehr. Idealerweise wird dieser Zugriff zeitlich begrenzt freigeschaltet und nach Abschluss automatisch wieder entzogen.
  • Multi-Faktor-Authentifizierung sollte bei externen Zugriffen Standard sein. Vor allem privilegierte Konten müssen besonders geschützt werden.
  • Rollenbasierte Berechtigungen, Just-in-Time-Zugriffe und ein konsequentes Offboarding reduzieren das Risiko zusätzlich.
  • Ebenso wichtig ist die Nachvollziehbarkeit. Wer hat sich wann angemeldet? Auf welche Systeme wurde zugegriffen? Welche Änderungen wurden vorgenommen? Ohne Protokollierung und Monitoring lassen sich Fehler, Missbrauch oder Angriffe kaum erkennen.
  • In sensiblen Bereichen kann es sinnvoll sein, externe Sitzungen zusätzlich freizugeben oder aufzuzeichnen.
  • Netzwerksegmentierung sorgt ausserdem dafür, dass ein externer Zugriff nicht automatisch den Weg in weitere Systeme öffnet.

Sicherheit darf Zusammenarbeit nicht blockieren

Dennoch gilt: Sicherheit muss praxistauglich sein. Wenn eine Störung behoben werden muss, eine Anlage stillsteht oder ein kritischer Prozess nicht läuft, zählt oft jede Minute.

Wir halten klare, schlanke Prozesse für die beste Lösung: zentrale Übersicht, eindeutige Verantwortlichkeiten, saubere Berechtigungen, zeitlich begrenzte Freigaben und nachvollziehbare Aktivitäten. So können externe Partner effizient arbeiten, ohne dass Unternehmen die Kontrolle über ihre Systeme verlieren.

Unternehmen, die externe Zugänge regelmässig prüfen, sauber dokumentieren und konsequent begrenzen, reduzieren technische Risiken, stärken ihre Compliance, ihre Resilienz und ihre Handlungsfähigkeit im Ernstfall.

Im folgenden Blog Artikel „Von der Herausforderung zur Lösung: Sichere Fernzugriffe mit FUDO Enterprise“ wird eine moderne Privileged Access Management (PAM) Lösung beschrieben, um u.a. die externen Zugriffe sicher zu verwalten.

Wir unterstützen Sie dabei, externe Zugriffe sichtbar, steuerbar und sicher zu machen – von der Analyse bestehender Zugänge bis zur Umsetzung passender Schutzmassnahmen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns:

    Firma *

    Funktion *

    Vorname *

    Nachname *

    E-Mail Adresse *

    Telefon

    Mitteilung*

    [recaptcha]

    Die Felder welche mit * gekennzeichnet sind müssen ausgefüllt werden.